Sicherheitstechnische Überprüfung und Wartung von Sicherheitsschränken (Gefahrstoffschränken)

1. Einleitung

Die sichere Lagerung von Gefahrstoffen – insbesondere leicht entzündlicher Flüssigkeiten, ätzender Substanzen oder Druckgasflaschen – stellt Unternehmen vor wichtige Anforderungen. Ein zentrales Element sind hierbei sogenannte Sicherheitsschränke bzw. Gefahrstoffschränke. Um deren Schutzfunktion dauerhaft zu gewährleisten, ist eine regelmäßige, sicherheitstechnische Überprüfung und Wartung unerlässlich. Nur so lassen sich Mitarbeiter-, Umwelt- und Sachschäden verhindern und rechtliche Vorgaben erfüllen. Gerne ist Ihnen ADESATOS hierbei behilflich.

In diesem Beitrag erfahren Sie

  • warum eine Prüfung & Wartung notwendig sind,

  • welche gesetzlichen und normativen Grundlagen gelten,

  • wie eine Wartung typischerweise abläuft,

  • welche Vorteile ein systematisches Wartungskonzept bietet.

2. Warum sind Prüfung und Wartung wichtig?

  • Sicherheitsschränke haben die Aufgabe, gefährliche Stoffe sicher zu lagern – im Alltag wie im Notfall (z. B. Brand, Leckage) muss die Schutzfunktion gewährleistet sein. Ohne regelmäßige Kontrolle kann die Funktion beeinträchtigt werden (z. B. Lüftung defekt, Selbstschließmechanismus hakt).

  • Der Gesetzgeber schreibt vor, dass sicherheitstechnische Einrichtungen gewartet und geprüft werden müssen – etwa im Rahmen der Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) oder der Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV).

  • Werden Prüfungen nicht oder nicht sachgerecht durchgeführt, drohen gravierende Konsequenzen: Verlust des Versicherungsschutzes, Haftung des Unternehmers oder Betriebes.

  • Seitenschäden vermeiden: Eine frühzeitige Erkennung von Mängeln verlängert Lebensdauer und Betriebssicherheit des Schranks.

3. Gesetzliche und normative Grundlagen

Bei der Überprüfung von Sicherheitsschränken sind folgende Vorschriften und Normen zentral:

  • Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) – z. B. §§ 3, 10, 11.

  • Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV) – insbesondere § 4 Abs. 3.

  • Technische Regeln für Gefahrstoffe (TRGS): z. B. TRGS 526 (Labore) oder TRGS 800.

  • Normen wie DIN EN 14470‑1 „Feuerwiderstandsfähige Lagerschränke – Teil 1: Sicherheitsschränke für brennbare Flüssigkeiten“.

  • Der Arbeitgeber muss im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung Art, Umfang und Fristen der Prüfungen festlegen; die Prüfung darf nur durch eine „befähigte Person“ erfolgen.

4. Ablauf einer Prüfung & Wartung

Im Rahmen einer sicherheitstechnischen Überprüfung und Wartung von Gefahrstoff-/Sicherheitsschränken sollten folgende Elemente enthalten sein:

4.1 Sicht- und Funktionsprüfung

  • Kontrolle auf äußere Beschädigungen, Korrosion, Verschmutzungen.

  • Prüfung der Beladung gemäß Herstellerangaben (Regalböden, Auffangwanne).

  • Überprüfung der Lüftungsöffnung(en), Filter und technischen Abluft bzw. Umluftsysteme.

4.2 Sicherheits- und Brandschutzprüfung

  • Funktion der Tür- und Klappmechanismen (müssen z. B. im Brandfall selbsttätig schließen).

  • Dichtheit der Schranktüren und –klappen: Im Ernstfall dürfen keine Flammen oder Gase austreten bzw. nicht unkontrolliert Luft eindringen.

  • Prüfung der Auffangwanne (ob intakt, sauber, funktionsfähig).

4.3 Lüftungstechnische Prüfung

  • Überprüfung der technischen Lüftung (bei Modellen mit Abluft/Umluft) und Filterwechsel falls erforderlich.

  • Kontrolle der Ex-Zonen bzw. Lüftungsanschlüsse auf korrekte Funktion.

4.4 Dokumentation & Kennzeichnung

  • Ausstellen eines Prüfprotokolls und ggf. einer Prüfplakette.

  • Festlegung der Frist bis zur nächsten Prüfpflicht.

5. Prüffristen & Verantwortlichkeiten

  • Zwar gibt es keine gesetzlich festgelegte generelle Frist, aber vielfach wird empfohlen: mindestens einmal jährlich prüfen lassen, insbesondere bei Schränken für brennbare Flüssigkeiten.

  • Der Arbeitgeber muss im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung individuelle Prüffristen bestimmen und dokumentieren.

  • Die prüfende Person muss „befähigt“ sein – also über entsprechende Fachkenntnis, Ausbildung und Praxis verfügen.

6. Vorteile eines systematischen Wartungskonzepts

Ein durchdachter Wartungsplan bringt gleich mehrere Vorteile:

  • Rechtssicherheit: Sie erfüllen gesetzliche Vorgaben und verbessern die Nachweislage gegenüber Aufsichtsbehörden, Versicherung und Auditoren.

  • Schutz von Mensch & Umwelt: Funktionierende Sicherheitsschränke tragen dazu bei, Unfälle mit Gefahrstoffen zu vermeiden – z. B. durch Leckagen, Brand oder Explosion.

  • Kosteneffizienz & Lebensdauer: Regelmäßige Wartung reduziert das Risiko von teuren Instandsetzungen oder Stillstandszeiten.

  • Versicherungsschutz: Im Schadensfall ist die Dokumentation der Prüfung oft Voraussetzung für den Versicherungsschutz; ohne Nachweis kann Haftung für den Unternehmer entstehen.

7. Tipps für Unternehmen

  • Erstellen Sie eine Gefährdungsbeurteilung, die auch Lager und – Aufstellbedingungen Ihrer Sicherheitsschränke beinhaltet.

  • Legen Sie Prüfintervalle in Abstimmung mit Herstellerangaben sowie betrieblichen Einsatzbedingungen fest – häufig jährlich oder bei besonderen Belastungen auch häufiger.

  • Beauftragen Sie qualifizierte Dienstleister oder ausgebildete Fachkräfte („befähigte Person“) zur Prüfung.

  • Halten Sie alle Dokumente (Protokolle, Prüfplaketten) sauber archiviert – dies erleichtert Nachweise bei Audits oder Versicherungsfällen.

  • Integrieren Sie Wartung in Ihr betriebliches Instandhaltungs- und Sicherheitskonzept, z. B. mit Erinnerungssystemen.

  • Achten Sie auf Herstellerangaben, insbesondere bei Spezialausführungen (z. B. Umluftfilterschrank, Ex-Zone, Druckgasflaschenschrank).

8. Fazit

Die sicherheitstechnische Überprüfung und Wartung von Sicherheitsschränken (Gefahrstoffschränken) ist keine freiwillige Zusatzleistung – sie ist ein wesentlicher Bestandteil des betrieblichen Sicherheits- und Arbeitsschutzes sowie der gesetzlichen Pflicht. Wer hier sorgsam handelt, schützt nicht nur seine Mitarbeiter und Umwelt, sondern stärkt auch die rechtliche und wirtschaftliche Position seines Unternehmens. Ein gut dokumentiertes Wartungskonzept macht Sie langfristig sicherer – und hilft, Kosten und Risiken zu minimieren.

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